Tourtagebuch Reloaded – 19.05.2010 Kulturgut Haus Nottbeck & Mayersche Bochum

Es ist bereits 17 Uhr, als Sylvia und ich letzte Hand an die Spinnenweben in Hartmuts Keller legen. Er und das Wohnzimmer sind fertig, ebenso sämtliche Vitrinen, in welchen die Artefakte der Hui-Welt samt Erklärungsschildchen liegen. Aber: Uns fehlt immer noch der komplette “Rasthof”, das frisch entschimmelte und grundgereinigte Gartenhaus des Kulturguts, in dem die “Kunstpause”-Wanderausstellung aus MURP! nachgestellt werden soll. Will heißen: Theke mit Gastronomie, Zeitschriftenregal mit Hunderten echter Magazine zum Mitnehmen, aber vor allem – nahezu 40 Gemälde aus unserer eigenen Galerie sowie von geliehenen und eingekauften Künstlern, die zum Konzept “Natur-Kultur” passen und unter denen sich etablierte Namen mit selbsternannten Hobby-Künstlern mischen. Sogar zu dieser “Ausstellung in der Ausstellung” haben wir ein dickes Programmheft geschrieben und gestaltet, das im “Rasthof” an roten Kordeln aushängen wird und in dem Hartmut und Caterina auf ihre Art erklären, was hier zu sehen ist. Den Rasthof mit seinen garstig harten Wänden sinnvoll und ästhetisch mit Bildern samt Alu-Kommentarschildchen zu bestücken, dürfte zu zweit bis in die späten Abendstunden dauern. Leider haben wir diese Zeit nicht, da ich nach Bochum in die Mayersche zu einem Auftritt muss. Ich will nicht, dass meine Frau alleine auf dem finsteren Gelände bis in die tiefe Nacht arbeitet und bin dankbar, dass die Nottbeck-Nachbarin und Hausbeauftragte Silke und die Hui-Praktikantin Nora meiner Liebsten zur Seite stehen, so dass ich halbwegs guten Gewissens fahren kann, um auf den letzten Drücker Bochum zu rocken. Meine Gedanken während des Auftritts sind dennoch bei Sylvia und den Mädels, die in der Hitze der Sommernacht zwischen den Wassergräben und Bäumen des einsamen Kulturguts Gemälde an die Wände eines Häuschens hängen, das gar nicht weiß, wie ihm geschieht. In Bochum kümmert man sich wie jedes Jahr bestens um mich und das Publikum ist eine Wucht, doch als ich nach Mitternacht ungefähr zeitgleich mit Sylvia daheim ankomme und weiß, dass ich in wenigen Stunden wieder zum Pressetermin nach Oelde muss, frage ich mich, ob ich jemals wieder entspannen werde.

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