Tourtagebuch Reloaded – 23.06.2010 Oelde, Kulturgut Haus Nottbeck (Fußballtag mit Ben Redelings und Alex Amsterdam)

Das Geräusch dieses Sommers ist das Hornissengesumm der Vuvuzela. Mit einem Fuß bin ich immer in Südafrika und der Kopf ist voller Spielernamen, Länderflaggen und bestens geschlagener Flanken. Im Grunde ist alles ein Männertraum. Die Weltmeisterschaft gibt unseren Tagen Struktur und immer einen neuen Grund zur Vorfreude auf ein weiteres Spiel. Die Ausstellungs-WG gibt uns die Möglichkeit, auf der Couch der ehemaligen Wohnung zu sitzen und aus 350 Spielen zu wählen, einem Paradies der alten Schule. Ich nehme häufig gerade nicht das Große und Klassische, sondern das Kleine und Abseitige, das Mittelmäßige, das zur Zeit seines Erscheinens von den Magazinen gerade mal eine 54%-Wertung bekommen hätte. Auf der Couch von Hartmut haben inzwischen bereits der Super-Murper Wolfgang Kienast, der Retro-Game-Designer Simon Quernhorst, der unorthodoxe Literaturprofessor Moritz Baßler, die unverwechselbare Musikerin und Autorin Bianca Stücker, die Band Jupiter Jones sowie am heutigen Tage der Fußball-Kultur-Schaffende Ben Redelings Platz genommen. Auf dem Bolzplatz des Kulturguts, direkt neben der Kuhwiese, spielen wir am Nachmittag mit dem Team des Hauses, ein paar Gästen und vor allem einigen kleinen Jungs aus der Gegend ein paar anstrengende Partien. Mein Schweiß tritt in Fluten aus mir aus, dabei versuche ich mich zu schonen, da ich aufgrund merkwürdiger Herzschmerzen zurzeit in ärztlichen Untersuchungen stecke. Auf dem Hof wird der Grill angeworfen, während Alex Amsterdam aufspielt und Ben Redelings und ich danach Fußballgeschichten vorlesen. Männerabend. Um 20:30 Uhr ist die Bühne bereits geräumt und die Gemeinde schaut sich Deutschland gegen Ghana an. Jeder Schritt, jeder Pass, jeder Moment eine Nische der Entspannung, ein kühles Bier in der Hand und im Kopf noch den Auftritt von eben, die Couchgäste vom Vormittag und die Spielszenen von Rapid Racer oder anderen alten Spielen, die man im Wohnzimmer einfach mal wieder kurz probiert hat.
Männertage.
Und die Vuvuzela dröhnt.

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