Tourtagebuch Reloaded – 21.09.2010 Dortmund, FZW (Büroshow mit Raymund Krauleidis & Boris Gott)

Raymund tippt. Ich sortiere Quittungen. Wir beide sitzen auf der Bühne des Dortmunder FZW an zwei Schreibtischen inmitten einer theatertauglichen Bürokulisse. Ich bin sogar so weit gegangen, meine echte (!) heimische Ablage in einem Wäschekorb mitzubringen, Quittungen, Papiere und Chaos aus sechs Wochen, alles unsortiert, weil ich zu nichts komme. Die Show heute Abend ist eine Büro-Show, denn Raymund hat ja bekanntlich als meine Entdeckung den Büroroman “Schmoltke und ich” geschrieben und
bloggt auch dazu. Ich lese nur Stellen aus allen Hui-Romanen, die irgendwie mit Bürokratie zu tun haben. Am lustigsten ist für alle Anwesenden allerdings sowieso unser Gequatsche dazwischen. So entdecke ich in meinem Bürokram die Rechnung für den Schwarzlicht-Urintester, den wir neulich erworben haben und erkläre Raymund und den Leuten, wozu ich ihn brauche und wie ich neben Katzenprotest-Prüfungen daheim Hotelklos checke, um bei Urinspuren Geld zu reklamieren, das gar nicht ich, sondern der Veranstalter gezahlt hat. Außerdem finde ich einen Merkzettel zwischen meinen Sachen, über den Raymund Tränen lachen muss. Auf dem Zettel steht: “Geld verdienen!” Ja, an manches muss man eben zwischendurch erinnert werden! Nach unserem Doppel, das ich grandios fand und gerne wiederholen möchte, da ich mich auf einer Bühne wie zu Hause fühle, wenn ich mein echtes Büro mithabe (und sogar noch was wegschaffe, während mein Partner liest!), spielt Boris Gott zum Konzert auf. Trotz Klangproblemen füllt er den Raum später sogar Unplugged mit Stimmpräsenz und Humor, seinen Ruhrpott-Hit Bukowski-Land werde ich die kommenden 14 Tage nicht mehr aus dem Schädel kriegen. Mit einigen guten Bekannten stehe ich noch vor dem Club und lasse mich von den Videoinstallationen auf den gigantischen LED-Schirmen auf dem Unions-Turm gegenüber hypnotisieren. Ich hab Büro gemacht. Was für ein Abend.

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