Tourtagebuch Reloaded – 23.09.2010 Goch, Café Lesezeichen

Ich bin ein Feind von “Gutmenschen”, wenn sie in Brüssel sitzen und in feister Selbstgerechtigkeit zu unser aller Bestem an der EUdSSR arbeiten. Ich bin ein Freund von Gutmenschen, wenn sie ihren Namen verdient haben und ganz konkret richtige Dinge tun. Wie etwa der Liedermacher, Kinderbuchautor, Dichter und Tausendsassa Hermann van Veen, dessen Stiftung hier in Goch das Alfred Judokus Kwak-Haus baut. Ich habe ein Portrait dieses Mannes bei der WDR-Kindersendung Lilipuz gehört. “Er hat sich beim Interview in seinem riesigen Garten zu 100% auf uns eingelassen”, sagten die Kinder zurecht, “man merkte, dass er nie mit den Gedanken woanders war.” Van Veen hat über 3000 Songs geschrieben, über 120 Bücher, und er ist immer im Hier und Jetzt. Sicher hat er kein iPad. Ich lobe ihn, als ich im Rahmen der Gocher Aktionswoche “Ab in die Mitte!” im Café Lesezeichen lese. Eigentlich hatten wir bereits draußen im Rathausinnenhof vor der lässigen Strandbar aufgebaut, inklusive Leinwand, aber da es regnet wird es intim und unplugged. Die Gäste sind wie in Detmold hartmutesk unbeleckt und lernen ihn erst heute Abend kennen. Zu Feindesland lese ich noch Das Brecheisen aus Voll beschäftigt, weil es eine Niederrhein-Geschichte aus Wesel ist, das einige hier kennen. Die Nacht verbringe ich aufgrund akuter Müdigkeit spontan in einem finsteren City-Hotel in Kleve, da Goch bereits voll war. In der Schmidt-Show sehe ich das erste Mal die mittlerweile sehr bekannte Szene aus dem Schweizer Bundesrat, in welcher der Finanzminister beim Ablesen eines absurden Paragrafen einen Lachkrampf bekommt. Es ist das Beste, was ich seit langem gesehen habe.

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