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Teppich verlegen
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WG-Bewohnerin
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Anmeldedatum: 06.03.2008
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Wohnort: Köln
Beitrag Verfasst am: 21.03.2008, 13:25    Titel: Teppich verlegen Antworten mit Zitat
Dieser Beitrag wurde aus dem alten Forum kopiert. Er wurde ursprünglich erstellt am 03.02.2007 um 09:00 Uhr.


Liebe Susanne,

wir wollen in zwei Zimmern neuen Teppich verlegen und haben zwei Fragen an dich.

1.) Wie bekommen wir den vorhandenen Teppich am besten raus? Er ist vollflächig verklebt, das heißt überall klebt diese gelbe, brüchige Unterlagenrotze auf dem Boden!!! (arrrrghhhh!!!) teufelgrins

2.) Wie verlegt man am besten? Erst legen, dann schneiden? Selber vollflächig? Klebeband nur an den Seiten? In Bahnen? Wie dicht?

Bitte hilf uns! Danke.

WG-Bewohnerin
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Die Eltern bauen, die Kinder wohnen.
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Susanne
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Anmeldedatum: 03.03.2008
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Wohnort: Köln, Bochum, Großbärenweiler, Berlin
Beitrag Verfasst am: 21.03.2008, 13:31    Titel: Antworten mit Zitat
Dieser Beitrag wurde aus dem alten Forum kopiert. Er wurde ursprünglich erstellt am 04.02.2007 um 12:50 Uhr.


Liebe WG-Bewohnerin!

Leider wird die vollverklebte Unterlage die meiste Arbeitskraft von Euch fordern. Letztlich muss die Fläche komplett glatt sein, weil Ihr Euch sonst später über Huckel im Teppich ewig ärgern werdet. Am besten mit einem stabilen breiten Spachtel, mit griffigem Holzgriff abkratzen. Unter Umständen staubt das sehr stark. Eine Staubschutzmaske ist preiswert und doch sehr nützlich. Nach dem Abkratzen fegen, wischen und gut trocknen lassen.

Zum Verlegen eines Teppichs habe ich mal vor einiger Zeit Freunden eine genaue Anleitung geschrieben. Die poste ich jetzt einfach mal rein. Smile
Wenn Du noch fragen hast, frag einfach.
Schreib mal, wie es gelaufen ist. Smile

Teppichverlegung in 11 einfachen Schritten

1. Wohnung genau ausmessen. Wichtig sind auch die Winkel. Wenn die Wohnung total schräg ist, z.B. wie eine Raute, muss man entsprechend mehr Teppich kaufen.

2. Der Teppich, der gekauft wird, muss aber auch bei absoluten rechten Winkeln der Wohnungswände größer sein als die Fläche. Ca. 5-10 cm an jeder Wand als Zugabe sind wichtig. Teppich, ggf. doppelseitiges Teppichklebeband und ein ordentliches stabiles Teppichmesser (hier bitte nicht sparen) kaufen.

3. Wenn die Fußleisten abmontierbar sind, abmontieren. Wenn nicht, ist es problematischer, aber nicht unlösbar. Entweder müssen Teppichleisten zusätzlich gekauft und später montiert werden. (Da reichen u.U. schon schmale Leistchen mit zwei mal zwei cm, ohne Lackierung, die erst passgenau zugesägt werden, dann farblich passend lackiert werden und schließlich angenagelt werden. Kann ich noch mal näher erläutern, ich hoffe jetzt erst mal, dass die vorhandenen Teppichleisten abgeschraubt oder abgehoben werden können.) Abmontierte Fußleisten unbedingt nummerieren und markieren, wo man mit welcher Nummer angefangen hat! Sonst passen sie hinterher nicht wieder dran!

4. Immer an der Wand lang, auf dem Fußboden einmal rundum und ca. mit 1 - 1,5 Meter Abstand quer durch den Raum, immer parallel zu einander, Teppichklebeband kleben. Das Band hat zwei Abdeckfolien. Nur eine abmachen und sorgfältig auf den sauberen Boden aufkleben. Die obere Folie noch dran lassen.

5. Teppich komplett im Raum ausrollen. Schon ungefähr so hinlegen, wie er gelegt werden soll und an den Wänden, da er ja etwas größer ist, hochstehen lassen.

6. Nun das allerwichtigste für eine perfekte Teppichverlegung: Den Teppich einen Tag liegen lassen. Möglichst die Heizung anmachen, damit sich der Teppich so leicht und so üppig wie möglich auslegen kann. Er verliert so seine Buckel vom Transport, dehnt sich aus, macht sich breit, fühlt sich wohl. :)Wirklich, es gibt keinen wichtigeren Punkt als diesen! Das kann man gar nicht genug betonen. Macht man das nicht, wird sich der Teppich unweigerlich ausbeulen.

7. Am nächsten Tag ggf. den Teppich so hin und her ziehen, bis er wirklich überall halbwegs gleichmäßig übersteht. Den überstehenden Teppich in die Ecke drücken und in diese Ecke das Teppichmesser ansetzen und schneiden. Das muss mit etwas Druck gemacht werden und ist mit der Zeit anstrengend, aber keine unlösbare Aufgabe. Je enger der Teppich in die Ecke eingedrückt ist, desto präziser lässt er sich in der Wand-Boden-Ecke schneiden. Vorsicht, dass er sich nicht mehr auf dem Boden verzieht oder gar verrutscht. Passiert normalerweise nicht so leicht, weil eine rutschfeste Beschichtung unter dem Teppich ist, aber wenn man nicht aufpasst, kann das durchaus passieren.

8. Wenn rundum geschnitten ist, wird der Teppich an der glattesten Wand zurück geschlagen und dort die zweite Folien-Schicht vom doppelseitigen Klebeband abgezogen. Der Teppich wird zurück geschlagen und von der Mitte zur Wand hin vorsichtig festgedrückt. Er soll sich nicht verziehen oder Falten schlagen, was bei Längstandrücken eher passiert, als wenn man es von der Mitte zu Wand hin macht. Dann den Teppich von der anderen Seite her komplett aufrollen sofort (also nicht eine Nacht warten) und von der ersten Wand ausgehend zur gegenüberliegenden Wand hinarbeitend, die Folien ablösen. Immer nur eine Querfolie und links und rechts an den Wänden soweit, dass das nächste quer durch den Raum geklebte doppelseitige Klebeband erreicht wird. Dann das Stück Teppich darüber rollen, ohne zu ziehen, zu drücken oder ähnliches, den Teppich festdrücken und die nächste Querfolie abziehen etc. Irgendwann Wird das letzte Stück abgezogen, der Teppich drüber gerollt, angedrückt und fertig. Ohne Beulen, ohne Dellen und dank des Klebebands in der Anordnung bleibt das auch so, egal, welche Temperaturen herrschen oder ob mal eine Flüssigkeit umkippt (und hoffendlich ausgewaschen werden kann).

9. Fußleisten gemäß den daran geschriebenen Nummern montieren.

10. An Türabschlüssen unbedingt eine Trittleiste montieren, sonst franst der Teppich aus. Sie lassen sich bequem mit einer kleinen preiswerten Stahlsäge auf Länge bringen, egal, ob sie aus Kunststoff oder Metall sind.

11. Noch mal überall ohne zu ziehen und zu zerren über den Teppich gehen, besonders wo man die Klebestreifen vermutet und möglichst die erste Woche nicht mit voller Kraft saugen - am liebsten gar nicht, aber wenn's nicht anders geht, dann eben mit ganz wenig Watt. Nach einer Woche ist der Kleber des Klebestreifens auf jeden Fall eine so intensive Bindung mit dem Teppich eingegangen, dass auch ein Klopfsauger kein Problem mehr macht. Möbel nicht darüber ziehen, sondern tragen - insbesondere in besagter erster Woche. (Bei einem späteren Auszug lässt sich das Klebeband direkt mit dem Teppich an einem Stück rausreißen, wenn die Unterschicht noch nicht zerbröselt ist. Sollte sie bereits zerbröselt sein, ist das Band aber trotzdem leicht vom Boden abzuziehen.)

Das Ganze dauert für einen Raum von 30 - 60 qm rund 2-5 Stunden reine Arbeitszeit, nachdem der Teppich sich einen Tag auslegen konnte. Der Unterschied der Zeit liegt weniger an der Größe des Raums, sondern eher daran, wie schwer der Teppich zu schneiden ist.

Teppich-Meterware wirkt mit seiner Unterschicht völlig rutschfest. Man fragt sich leicht, wozu dann Teppichklebeband. Es kostet Geld und macht Arbeit. Meine Mutter fragte es sich auch einst und durfte sich kaum ein Jahr später mit einem total verzogenen Teppich rumplagen. Die Zeit und die permanente Bewegung darauf macht es.

Ähnliches gilt für das Auslegen. Der Teppich sieht doch sofort glatt aus, also warum nicht direkt kleben? Er wirkt glatt, hat aber im Zweifel Monatelang auf Rolle gelagert. Er kann gar nicht wirklich plan sein und würde sich immer ausdehnen.

Genau so steht's mit den Schnittkanten. Egal ob mitten im Raum oder an den Kanten (weil man zu knapp gemessen hat oder nicht sorgfältig geschnitten hat) oder eben am Raumende, nämlich im Türrahmen - Teppichklebeband alleine verhindert nicht das Ausfransen. Eine Trittschiene ist nicht so furchtbar teuer, erspart aber viel Ärger, der einen immer wieder befällt, wenn man sieht, was man mühsam sorgfältig gelegt hat und dann ist es schon wieder schnell Kacke. Manchmal ist Teppich so gefertigt, dass er auch ohne Trittschiene an den Stoßkanten auskommt. Aber dann ist der meistens teuerer. Darüber weiß der Teppichverkäufer Bescheid, wenn Ihr Euch einen Teppich ausgesucht habt. Stoßkanten sind die Schnittkanten des Teppichs, an dem ein weiteres Stück Teppich anstößt. Wenn Teppich endet und danach kommt nur noch Boden oder Laminat oder Linoleum oder ähnliches, hilft nur besagte Trittschiene.

Der Teppich endet übrigens im Türrahmen dort, wo die Tür ist. Es sieht nicht gut aus, wenn die Tür geschlossen ist und in der Tiefe der Zarge ist ein Stück anderer Teppich oder blanker Boden. Andererseits sieht es ziemlich mager aus, wenn im Flur z.B. noch Teppich aus dem anderen Raum reinragt, es sei denn, der Flur wird mit dem gleichen Teppich ausgelegt. Also immer die Linie als Abschluss benutzen, die die Tür im geschlossenen Zustand bildet.

Viel Spaß,
Susanne
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Hausfreund

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Beitrag Verfasst am: 21.03.2008, 13:32    Titel: Antworten mit Zitat
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Das nenn ich mal ausführlich! brillezigarette

Student X
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WG-Bewohnerin
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Beitrag Verfasst am: 21.03.2008, 13:34    Titel: Antworten mit Zitat
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Liebe Susanne,

vielen, vielen Dank! Es hat alles supergut geklappt. Erst hab ich ja gedacht, dass wir da nie durchsteigen, aber Du hast das ganz super erklärt. Es ging alles super schnell und gut. tröst

So schön will ich es jetzt überall haben!

Danke!!!!
Sandy (WG Bewohnerin)
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AlfredJQ
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Beitrag Verfasst am: 12.06.2012, 11:30    Titel: Antworten mit Zitat
Hallo!

Ich habe mal nach Teppichverlegung gesucht und bin dabei auf diesen Beutrag gestoßen. Wie ich finde, hast du das alles super erklärt. Auf meinem Boden befindet sich nun ein neuer Teppich und die Arbeit ist makellos gelungen. Vielen lieben Dank dafür! Smile

LG
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Esmokeking
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